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Prinzipien

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Grundsätzliche Prinzipien meiner alltäglichen Praxis

 

Meinen kleinen Betrieb habe ich in tiefer übereinstimmung mit meinen eigenen Positionen und Werten entworfen. Daher kann ich während meines Berufsalltags authentisch sein und ich fühle mich identisch mit dem, was ich tue. Ich kann meine Produkte und Dienstleistungen mit vollkommen gutem Gewissen bewerben und ich erlebe meine Tätigkeit als absolut sinnvoll und sinn-stiftend.

Hier stelle ich meine Gedanken zu meinen grundsätzlichen Geschäftsprinzipien zusammen.

Diese Zusammenstellung ist dabei eine Art "Entwurfs-Fassung", denn ich befinde ich mich in einem Entwicklungsprozess und diese Gedanken geben einfach meinen derzeitigen Wissensstand und meinen aktuellen auf der Basis dieses Wissensstandes gewählten Standpunkt wieder. Ich freue mich über Kommentare oder Feedback dazu und werde mich immer wieder mit diesen Gedanken befassen, um mich weiterzuentwickeln.

Meine Gedanken habe ich zwei größeren Themenkomplexen zugeordnet:

1. meine Position zum Thema Nachhaltigkeit

Dadurch, dass ich mein Unternehmen selbst aufgebaut habe, kann ich "das Streben nach Nachhaltigkeit" als wesentliche Antriebskraft in meinen Geschäftsprinzipien umsetzen. Damit verbunden sind generelle ethische Werte, auf deren Basis ich während meiner beruflichen Tätigkeit handele, zum Beispiel im Bereich Natur-Tourismus, im Verkauf und in der Hundebetreuung.

2. meine Position zur richtigen Trainingsmethode

Für mich ist die Suche nach einer passenden Trainingsmethode unweigerlich verbunden mit sehr wesentlichen Einstellungen bezüglich der Mensch-Tier-Beziehung. Teilweise helfen mir hier meine Fachkenntnisse aus der biologischen Forschung, meine Erfahrungen aus dem Alltag oder der beruflichen Praxis oder meine über viele Jahre ausgebildeten Ansichten zu ethischen Themen.


 

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1. meine Position zum Thema Nachhaltigkeit

 

Warum ich eine gewisse Demut für angebracht halte und mir Kooperation und ein „Miteinander“ besser gefallen als harte Konfrontation

 

Menschen zu respektieren, die eine aus meiner Sicht altmodische Einstellung zur Würde des Tieres haben, klingt für mich als passionierte Tierschützerin zunächst wie eine große Herausforderung. Allerdings bin ich zum Glück in großem Maß fähig zur Selbstkritik und mir selber sehr ehrlich gegenüber. Daher bin ich mir bewusst, dass ich hier eine gewisse Entwicklung durchlaufen habe. Als junger Mensch habe ich mich in Orientierung an traditionellen Sichtweisen auch an eher altmodischen Ansichten zur Würde des Tieres orientiert. Selbst heute noch handele ich nach kritischen Maßstäben nicht immer optimal.

Zum Beispiel möchte ich fast ausschließlich ökologisch unbedenkliche Produkte kaufen. In unserer modernen Welt sind die Produktionsketten aber teilweise sehr undurchsichtig. Es ist mir kaum möglich, alle Herstellungsprozesse zu durchblicken und beim Kauf eines Artikels 100% sicher zu sein, dass der Herstellungsprozess den eigenen ethischen Prinzipien entspricht. Sogar bei Bio-zertifizierten Lebensmitteln gibt es manchmal Betrügereien. Mein Ideal ist es, volkommen ökologisch unbedenklich zu konsumieren, ich achte daher beim Einkaufen auf entsprechende öko-Siegel und entsprechende Auszeichnungen. Trotzdem bleibt mir nichts anderes übrig, als teilweise Produkte zu kaufen, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie meinen Prinzipien entsprechen. Manche Menschen nehmen die eben beschriebene Unsicherheit bezüglich eines "Etikettenschwindels" bei ökolgisch unbedenklichen Produkten als Argument, gar nicht erst mit einem ökologischen Bewusstsein einzukaufen. Aber für mich ist diese Unsicherheit kein Grund, meine Ideale aufzugeben. Hier kann ich mich in der täglichen Praxis meinem Ideal nur annähern, aber damit trage ich "im ganz Kleinen" dazu bei, dass sich die Gesellschaft in diese Richtung bewegt. übrigens: Dieser Weg, mich für Nachhaltigkeit einzusetzen, gefällt mir besser, als die Aktionen, die militante Tier- oder Umweltschüter unternehmen.

Ich selbst bin zum Glück so geprägt, dass ich von klein auf unterschiedliche Sichtweisen und Einstellungen gelten lasse, auch wenn sie von mir als absolut falsch angesehen werden. Geholfen hat mir dabei, dass mein Vater in der Entwicklungshilfe (bzw. heute sagen wir korrekter: Entwicklungszusammenarbeit) tätig war. Ich habe ihn während meiner Kindheit und Jugend mehrfach in den Regionen besucht, in denen er gearbeitet hat und auch als junger Mensch ein Jahr lang mit der Familie in Indonesien gelebt. Das hat mir einen wertvollen „Blick über den Tellerrand“ ermöglicht.

Solche Erfahrungen helfen zu begreifen, dass die Regeln und Traditionen, die wir als „gottgegeben“ ansehen, gar nicht so allgemeingültig sind und es macht in gewisser Weise bescheiden und demütig.

Auch in schwierigen Situationen echte Toleranz an den Tag zu legen, erfordert meiner Meinung nach sehr viel Selbstkontrolle und Geduld und auch ein ziemliches Maß an Demut. Ich habe viele Jahre in Köln gelebt und das sogenannte „Kölsche Grundgesetz“ gefällt mir sehr, insbesondere eine der Ergänzungen zu den gängigen 11 Artikeln: „Jede Jeck es anders.“ ...

Eine mangelnde Toleranz lässt sich übrigens auch bei den "verhärteten Fronten" unter Hunde-Trainern bezüglich der Auseinandersetzung mit den modernen positiven Trainingsmethoden beobachten. Diese Diskussion erhielt nämlich in den vergangenen Jahrzehnten einen zunehmend verbissenen und aggressiven Charakter, was ich für sehr bedauerlich halte. Unter dem Punkt "Trainingsmethoden" (siehe hier) erläutere ich diese Diskussion und versuche eine Erklärung dafür zu finden, warum sie mit einer so großen Härte geführt wird.

 

Der Lichtblick

 

Die Auseinandersetzung bezüglich der verschiedenen Hunde-Trainings-Methoden entspricht in ihren Grundzügen den generellen Differenzen zwischen einerseits den Tier- und Umweltschützern, die etwas verändern wollen und andererseits den eher "konservativ" eingestellten Menschen, die für herkömmliche Methoden sind. Erfreulich ist jedoch, dass trotz der auch hier eher verhärteten Fronten eine stetige gesamtgesellschaftliche Bewusstseinsänderung zu beobachten ist. Hier wirken bestimmt viele Faktoren mit, neben der Entdeckung moderner Trainingsmethoden ist hier in besonderem Maß vermutlich die zunehmende Einsicht beteiligt, dass der industrielle Raubbau an unserer Umwelt und die Versachlichung der Tiere im Rahmen der Massentierhaltung uns in eine schlimme Sackgasse geführt haben. Zusätzlich belegen Erkenntnisse aus der biologischen Forschung, dass die Tiere viel komplexer gestrickt sind, als wir dachten und dass sie uns Menschen viel ähnlicher sind, als gedacht.

Das Schweinesteak aus der Massentierhaltung auf dem Teller erhält einfach einen ungemütlichen Beigeschmack, wenn der Essende weiß, dass Schweine äußerst intelligent sind, hochsozial und empfindsam.

Wie gesagt, meine Einstellung ist daher, mit starkem ethischen Bewusstsein einzukaufen. Allerdings respektiere ich Menschen, die sich trotzdem dazu entschließen, Fleisch aus herkömmlicher Tierhaltung zu essen. Für mich ist das wachsende Bewusstsein für die Würde der Tiere hier ein Lichtblick. Allerdings befinden wir uns, wie gesagt, mit unserer gesellschaftlichen Praxis hier erst noch in den ersten Anfängen einer praktischen Umsetzung. Aus diesem Grund werbe ich auf positive Weise, unter anderem über das Produktangebot in meinem Betrieb, für ein ethisches Bewusstsein beim Konsumverhalten.

Wir sind nämlich bereits fast am Ende einer Sackgasse angelangt, aus der wir unbedingt und sehr zügig einen Weg finden sollten.

Die Gesellschaft ist zum großen Maß von einem eiskalten Konkurrenzkampf geprägt. Einen gewissen Anteil daran hat nach meiner Einschätzung unter anderem die Industrialisierung und auch das Verständnis der Naturprozesse als „Kampf ums Dasein“, was maßgeblich durch die Darwinistische Evolutionstheorie geprägt wurde. Wissenschaftler, wie z.B. Joachim Bauer, widerlegen allerdings heute diese Interpretation biologischer Prozesse und weisen darauf hin, dass Konkurrenzkampf zwar zu den Prinzipien der Biologie gehört, Kooperation jedoch eine viel wesentlichere Rolle spielt. Es gibt außerdem auch anerkannte und vielfach angewendete ökonomische Modelle, die soziales Engagement und Miteinander als vielversprechende und zukunftsweisende Basis des Unternehmertums propagieren.

Wir brauchen Entwicklung und Veränderung und nicht zuletzt der Klimawandel hält uns vor Augen, dass große gesellschaftliche Veränderungen immer dringender notwendig werden. Wir brauchen; - sozusagen; - eine Revolution! - Bzw. revolutionäre Wandlung, die unsere Gesellschaft grundsätzlich verändert. Doch natürlich ist hier Vorsicht geboten, denn allein der Begriff "Revolution", sollte aufhorchen lassen ...

Hier passt die wesentliche Aussage der aktuellen Rede des früheren US-Präsidenten Obama [Link verweist auf pdf-Kopie, leider ist dieser Artikel online bei der Tagesschau inzwischen gelöscht worden, weitere Artikel (mit unterschiedlicher politscher Akzentuierung(!)) zum Thema finden sich z.B. hier: (Spiegel, Welt)], die er am 06.04.2019 in Berlin vor 300 jungen Europäern hielt: "Verändert die Welt" - Aber dabei gibt es seiner Ansicht nach nicht "die perfekte Formel", wir bekommen nie 100%, aber wir können mitnehmen, "was möglich ist" und darauf aufbauen. Die Geschichte lehrt uns aber auch nach Ansicht des ehemaligen Präsidenten, dass radikale Veränderungen keine guten Nachwirkungen zeigen.

Bezüglich Revolutionen vertrete ich daher auch eher die Einstellung, dass sanfte Revolutionen besser sind als kriegerische Umbrüche, denn diese fordern zu viele Opfer. Außerdem lässt mich meine erwähnte Einstellung zur angebrachten menschlichen Demut daran zweifeln, dass eine mehr oder weniger kleine Auswahl an Menschen die Fähigkeit besitzt, für die gesamte Gesellschaft den einen richtigen Weg zu entdecken, der einen massiv und künstlich herbeigeführten Umbruch rechtfertigt, vielleicht zur Not sogar unter dem Einsatz von revolutionärer Gewalt. Das erinnert mich eher an Prozesse in totalitären Regimen und ich bin da definitiv für stärker demokratische Lösungen.

Ich bin der Meinung, die Menschen sollten im Privaten, aber auch auf verschiedenen Ebenen des gesellschaftlichen Miteinanders lernen, Konflikte auf friedliche Weise zu lösen. In den meisten Fällen, gibt es sehr gute Wege dafür. Hier gefallen mir Konzepte, wie z.B. das „Betzavta –Konzept“ aus Israel.

Eine sanfte Revolution entspricht mehr einer natürlichen Entwicklung. Bei ihr kristallisiert sich nämlich auf breiter Ebene ein bestimmter Weg als der richtige heraus und dieser Prozess ist dann mit größerer Wahrscheinlichkeit wirklich nachhaltig. Wem das zu langsam geht, der muss wissen, dass auch sanfte Revolutionen schnell erfolgen können, wenn passende Ereignisse zusammentreffen und wenn gesellschaftliche Strömungen so stark um sich greifen, dass eine gesamtgesellschaftliche Bewusstseinsänderung möglich wird.

Wenn wir uns darauf einlassen, laufen wir vielleicht Gefahr, dass es irgendwann zu spät ist und wir plötzlich am Ende der besagten Sackgasse stehen; - Aber vielleicht auch nicht; - Wer kann sich anmaßen, das zu beurteilen? Jedenfalls ist meiner Meinung nach ein gewaltsam und künstlich herbeigeführter großer Umbruch der falsche Ausweg aus der Sackgasse und ich hoffe sehr, dass ich so etwas nicht erleben muss.

Zu den Strömungen, die ich hier günstig finde, gehört die Idee der Nachhaltigkeit und des Respektes vor unseren Mitgeschöpfen, wie sie in den politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN) formuliert werden (was ich vom derzeitigen Stand der Umsetzung dieser Ziele durch die UN halte ist dabei ein anderes Thema), oder in Dokumenten wie dem Kanadischen Leap Manifesto (A Call for a Canada Based on Caring for the Earth and One Another).

 

Aus diesen Gründen versuche ich mit allen meinen Mitteln auf positive Weise für eine Wertschätzung der Natur und für weitere wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit zu werben

 

Dies verfolge ich aber nicht auf aggressive Weise. Ich rede meinen Mitmenschen kein schlechtes Gewissen ein, präsentiere keine Schreckensbilder von gequälten Tieren und erhebe nicht den Anspruch ein Engel zu sein im Vergleich zu vielen bösen Sündern. Auch hier wähle ich einen positiven Weg und liefere Argumente, versuche zu überzeugen und ich praktiziere Nachsicht und Toleranz. Dabei bin ich der Meinung, dass auch ich selbst meine Ideale nicht annähernd immer und absolut konsequent umsetzen kann und dass es trotzdem aber wichtig ist, diese Ideale nicht aufzugeben, sondern sie als Motivation zu nutzen, um weiterzumachen. Für mich sind diese Ideale sehr sinnstiftend.

Quellen:


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2. meine Position zur richtigen Trainingsmethode

 

Vermutlich liegt es an meiner Ausbildung als Biologin, dass mir der Trainingsansatz CumCane® von Dr. Ute Blaschke-Berthold so sehr liegt. Er basiert nämlich auf der positiven Trainingsmethode. Diese stammt wiederum aus der biologischen Verhaltensforschung und hat sich seit Jahrzehnten im professionellen Trainingsbereich durchgesetzt. Hinter diesem Trainingsansatz steht das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung und fundierter Praxiserprobung.

Ich selbst möchte keine Hundetrainerin sein und in Zukunft auch nicht werden, sondern ich fühle mich als Hundebetreuerin sehr wohl in der Rolle einer Dienstleisterin für Hunde und Ihre Menschen. Natürlich ist die Hundebetreuung aber immer verbunden mit Lern- und Trainingssituationen und daher war es für mich in der Vergangenheit ganz wesentlich, mir mit dem positiven Ansatz eine Trainingsmethode auszuwählen, die meinen Einstellungen am meisten entspricht.

Dabei ist allerdings zu bedenken, dass es nicht „den einen positiven Trainingsansatz“ gibt. Meiner Meinung nach ist es wichtig,
1. die grundsätzlichen biologischen Prinzipien
von 2. dem Wissen über diese Prinzipien
und 3. der methodischen Anwendung dieses Wissens
zu unterscheiden.

Die biologischen Prinzipien sind sozusagen die „Wahrheit“, die wir allerdings noch längst nicht vollständig verstanden haben. Es existiert zwar bereits ein sehr umfangreicher und wertvoller Wissensschatz zu diesem Thema. Allerdings sind sich die Forscher gar nicht in allen Punkten einig, und es gibt noch sehr großen Forschungsbedarf in diesem Feld. So wird es wahrscheinlich in Zukunft passieren, dass neue Erkenntnisse gewonnen werden, die manche vorausgegangene Annahmen komplett revidieren. Natürlich ist es trotzdem möglich, einen bestmöglichen Standpunkt zu beziehen, allerdings sollte er in gewisser Weise als relativ verstanden werden. Aber nur, weil Wissenschaft mit ihren Erkenntnissen nicht beansprucht, "der Wahrheit letzten Schluss" schon jeweils gefunden zu haben, bedeutet das nicht, dass es keine verlässlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt. Vermutlich ist das, was noch erforscht werden kann, gigantisch, im Gegensatz zu dem, was wir schon wissen. Aber das heißt nicht, dass kein Wissen existiert, mit dem "wir arbeiten" können, sonst könnten z.B. keine Mars-Missionen erfolgreich durchgeführt werden u.ä. Ein Wissensgebiet, das jedoch zum heutigen Zeitpunkt als allumfassende und unumstößliche Wahrheit angenommen wird, ist mit Sicherheit eher ein Dogma oder eine Glaubensrichtung und hat aus meiner Sicht nichts mit Wissenschaft zu tun.

Um es einmal etwas dramatisch auszudrücken: Es gibt auf der einen Seite besorgniserregende Tendenzen, fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse einfach als "Mummenschanz" zu bezeichnen und ein Aufleben von Weltbildern, die eher an den Glauben an Magie u.ä. erinnern. Doch auf der anderen Seite ist es meinem Standpunkt nach im Forschungsbereich immer angebracht, eine gewisse „Demut“ zu praktizieren, denn es gibt nicht „das eine Wissen“, das für alle zu gelten hat. Seriös arbeitende Forscher und auch professionelle Trainer sollten daher meiner Ansicht nach auf jegliche Form der massiven Besserwisserei und Dogmatik verzichten. Die "Wahrheit" lässt sich sicherlich nicht von einzelnen Individuen ansatzweise einschätzen. Nur eine gemeinsame Anstrengung unter funktionierender Kommunikation mit gegenseitigem Respekt kann uns weiterbringen.

Also, noch einmal auf das Hundetraining bezogen (- und hier geht es mir z.B. auch um manche der sogenannten "Hundeflüsterer"): - Da moderne Trainingsmethoden keine Religion oder Glaubensrichtung sein sollten, sondern für sich in Anspruch nehmen, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu basieren, kann es gar nicht „die eine wahre und richtige Trainingsmethode“ geben. Außerdem werden die entwickelten Methoden von unterschiedlichen Individuen angewendet und erleben daher eine jeweils unterschiedliche, individuell praktizierte Ausgestaltung. Selbst innerhalb der modernen positiven Trainingsmethoden gibt es teilweise von Trainer zu Trainer Unterschiede in der praktischen Umsetzung, die Gegenstand von Diskussionen sein können.

 

Leider wird bei Forschern und auch unter professionellen Trainern eine tolerante Haltung als Basis einer sachlichen Auseinandersetzung nicht immer entsprechend umgesetzt

 

Wer sich mit der positiven Trainingsmethode befasst, erfährt in der Praxis, wie wichtig gegenseitiger Respekt ist. Ich finde es verwunderlich, wie oft gerade Menschen, die mit der positiven Methode arbeiten, dieses gegenüber ihren Trainingspartnern umsetzen, aber gegenüber von Mitmenschen dann diese Einstellung komplett aufgeben, indem sie Menschen beschimpfen, die sich nicht "ihrer Glaubensrichtung" anschließen wollen. So haben manche Trainer, die sich nicht dem positiven Ansatz verpflichtet haben, sogar Morddrohungen erhalten und wurden schlimm beschimpft. Das geht aus meiner Sicht zu weit und solche Aktionen führen wohl eher zum Krieg und erreichen eine „Verhärtung der Fronten“.

Allerdings sind die Kritiker des positiven Trainingsansatzes auch häufig wenig zimperlich und setzen positive Verstärkung gleich mit „Bestechung“, „Futterautomat“ und „Disziplin- und Grenzenlosigkeit“ oder äußern sich sogar stark beleidigend.

Meiner Meinung nach gibt es kein wirkliches „Schwarz und Weiß“, sondern eine Vielfalt von theoretischen Standpunkten und Umsetzungen in der Praxis. ähnlich, wie in der Kindererziehung, gibt es auch beim Tier-Training kein „Allheilmittel“, denn Lehrer / Pädagogen oder Trainer und Schüler / Lernende oder Trainierte sind gleichermaßen einzigartige Individuen. Die Lernsituation besitzt somit stets ein gewisses Maß an Einzigartigkeit und Offenheit und erfordert eine gewisse Verhaltensflexibilität bei allen Beteiligten.

Nach heutigem Wissenstand ist es nicht ansatzweise möglich, die Lernsituation in ihrer gesamten Komplexität abzubilden und nur dann könnte eine allumfassende Methodik entwickelt werden. Wir können uns nur sozusagen „der Wahrheit annähern" und besser oder schlechter bewährte Methoden verwenden. Der Lernprozess ist dabei immer von einer Entwicklung geprägt und aus meiner Sicht ist es günstig, wenn die Lehrer dabei ebenfalls ständig Lernende bleiben.

 

Die grundsätzlichen biologischen Prinzipien der modernen positiven Trainingsmethode

 

Die moderne positive Trainingsmethode basiert auf der wissenschaftlichen Forschung zu den biologischen Prozessen des Lernens, die mit den Forschungsarbeiten von Skinner, Pawlow und Thorndike im 19. und 20. Jahrhundert ihren Anfang nahm und heute Gegenstand verschiedener Wissenschaftsdisziplinen ist, wie zum Beispiel der Kognitionswissenschaften und der Lernpsychologie. Es geht um Mechanismen, die allgemein beim Lernen von Lebewesen ablaufen und zum Beispiel auch grundsätzlicher Bestandteil der Erziehung sind. Damit bezieht sich diese Trainingsmethode auf so grundsätzliche biologische Prinzipien, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Entstehungszeit der positiven Trainingsmethode sich auf eine bestimmte Zeit eingrenzen lässt. Vermutlich arbeiteten bereits Schafshirten vor vielen hundert Jahren mit ihren Prinzipien und es wäre vermessen, wenn sich nun heutzutage eine Person als genereller Entwickler der positiven Trainingsmethode hervortun würde und behaupten würde, alle die von ihm entwickelten methodischen Anwendungen wären "seine Erfindung" und müssten genau nach seinen Vorgaben umgesetzt werden.

Trotz meines Beharrens auf einer Methodenkomplexität und individuellen Vielfalt hilft natürlich eine gewisse Pauschalisierung, um sich zu einem Thema auszutauschen. Ich will hier die verschiedenen, seit den 80er Jahren entstandenen positiven Ansätze als moderne positive Trainingsmethode zusammenfassen, denn es gibt einige grundsätzliche Aspekte, die sich bei der überwiegenden Zahl dieser Ansätze als verbindende Merkmale beschreiben lassen:

Vorteilhafte Merkmale des modernen positiven Trainings

  • die positive Trainingsmethode geht weit über das bloße „Training mit Leckerli“ hinaus
  • es ist eine besonders tierschutzgerechte Form des Trainings und dabei trotzdem besonders effizient
  • bei der positiven Methode werden nicht nur „Leckerchen“ oder Futter eingesetzt, sondern es gibt eine Vielzahl anderer möglicher Belohnungsformen
    • Futter gehört zu den primären Verstärkern (die Reaktion darauf ist Lebewesen angeboren, um ihre existenziellen Bedürfnisse zu befriedigen), daher ist die Futterbelohnung ohne viel Vorarbeit im Training einsetzbar
    • viele der alternativen Verstärker, die im positiven Training eingesetzt werden, müssen erst als solche erlernt (= trainiert) werden
  • der Begriff „Positive Verstärkung“ stammt daher, dass eine Belohnung verwendet wird, um erwünschtes Verhalten zu verstärken, so dass es dadurch häufiger auftritt
  • der Hund lernt, dass sich bestimmte Verhaltensweisen (im Gegensatz zu anderen) lohnen und deshalb zeigt er diese öfter
  • der Hund (als Empfänger) entscheidet dabei, was belohnend wirkt, nicht der Trainer (als Sender )
  • es ist, verglichen mit herkömmlichen Ansätzen, eine besonders nachhaltige, effiziente und wissenschaftsbasierte Methode, die zudem sehr risikoarm ist
  • Untersuchungen belegen, dass Hunde durch positives Training vergleichswese glücklicher, kooperativer werden und an Selbstbewusstsein und Lösungsstrategien gewinnen, sie bauen außerdem eine ausgeprägtere Bindung und eine stärkere Beziehung zu ihren Bezugspersonen auf
  • darüber hinaus gewinnen auch die meisten Hundehalter durch diese Methode an Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und in ihren Vierbeiner.
  • während rigidere und autoritäre Methoden, z.B. mit Strafen, kurzfristig gesehen ebenfalls funktionieren können, bewirken sie aber eine Unzahl an möglichen negativen Folgen (Frust, Zwangsverhalten, Aggressionen u.a.). Diese negativen Folgen werden teilweise erst mit zeitlicher Verzögerung sichtbar und werden daher nicht unbedingt im Zusammenhang mit negativen Einwirkungen auf den Hund gesehen

 

Die Moderne positive Trainingsmethode, ausgehend vom Clicker-Training nach Karen Pryor und anderer Pioniere des modernen positiven Tier-Trainings

 

Eine der Pionierinnen der modernen Positiven Trainingsmethode ist die Verhaltensbiologin Karen Pryor. Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte Karen Pryor unter dem Titel „Don’t shoot the dog“ ein kleines Buch zum Thema Hundetraining. Darin ging es um die grundsätzlichen Prinzipien der Konditionierung und positiven Verstärkung und wie wir sie uns beim Hundetraining zunutze machen können.

Zunächst erhielt dieses Buch vor allem unter Hundetrainern Aufmerksamkeit und löste in den Folgejahren eine bemerkenswerte Revolution der generellen Trainingsmethoden einer großen Zahl professioneller Tiertrainer aus.

Auch der damals von Karen Pryor beschriebene Ansatz hat zum heutigen Zeitpunkt bereits eine langjährige Entwicklung durchlaufen, wurde von verschiedenen Wissenschaftlern und Trainern aufgegriffen und in unterschiedlicher Weise umgesetzt.

Allgemein lässt sich sagen, ausgehend von wenigen Pionieren erlebte die moderne positive Trainingsmethode mit großer Geschwindigkeit eine internationale Verbreitung. Dies lag vor allem an ihrem besonderen Charakter, nämlich an ihrer praktisch beobachtbaren Effektivität verbunden mit ihrem Versprechen des größtmöglichen Verzichts auf Gewalt und Zwang (letzteres funktioniert meiner Meinung nach nur bei vorsichtiger und korrekter Anwendung).

Argumente, die sich hartnäckig gegen die positive Trainingsmethode halten, verweisen oft auf ihre angeblich mangelnde Effektivität. Leider ist nämlich die Trainingsmethode, die mit Zwang und Unterdrückung arbeitet, oft kurzfristig sehr effektiv und erfordert vom Ausführenden weniger Aufwand. Die moderne positive Trainingsmethode erfordert einen Lernprozess bei den Trainern, sie müssen sich Wissen aneignen, das ihnen ein Verständnis des Trainingspartners ermöglicht. Sie müssen die Fähigkeit zur Empathie entwickeln, möglichst ständig gut planen und vorausdenken, immer wieder ihr Handeln prüfen und Selbstreflexion betreiben. Sie müssen sehr viel Selbstkontrolle und Geduld an den Tag legen und sich auf kleinschrittige und häufig mühsame Trainingseinheiten einlassen.  Wer aber begreift, welche Vorteile die moderne positive Methode besitzt, ist schnell bereit, diesen Aufwand zu betreiben.

 

Ein Erklärungsversuch für die „verhärteten Fronten“

 

Der moderne positive Trainingsansatz basiert auf dem Aufbau einer Beziehung zum Tier und er arbeitet mit der freiwilligen Kooperation auf der Basis von Vertrauen und Respekt.

Um die revolutionäre Qualität dieses Ansatzes zu verstehen, müssen wir uns einmal vor Augen halten, wie zur damals, am Ende des Industriezeitalters die Einstellung zur Würde des Tieres generell war. Tiere wurden in sehr großem Maß als Nutzobjekt für den Menschen angesehen. (Die Würde des Tieres wurde übrigens erst im Jahr 2008 endgültig und ausdrücklich im deutschen Tierschutzgesetzt verankert.) Hunden wurde zu damaligen Zeiten zum Beispiel sehr wenig Intelligenz zugetraut, sie wurden oft als kriecherische und unterwürfige Individuen charakterisiert und die Unkenntnis ihrer hohen kognitiven Leistungen machte eine bewusste Kommunikation zwischen Hund und Mensch fast unmöglich. Doch etwa im Zuge der 68er Revolution begann ein anderes Bewusstsein zu erwachen, ausgehend von eventuell etwas verklärten Rückgriffen auf ursprünglichere Beziehungen zwischen Mensch und Natur.

Dementsprechend sah die damalige Trainingslandschaft aus. Zum Beispiel gab es bei den Hundetrainern einerseits die altmodisch arbeitenden „Hardliner“, die ihre Hunde auf den Trainingsplätzen mit massiv autoritären und unterwerfenden Methoden drangsalierten, die nicht selten blanker Gewaltanwendung entsprachen. Andererseits gab es die „Hippies“, die ihre Hunde völlig unbeeinflusst, im Sinne von „Laisser-faire-Erziehung“ laufen ließen. Beide Methoden führten nicht selten zu massiven Problemen bezüglich der Mensch-Hund und Hund-Hund-Interaktion. Trainer anderer Tierarten handelten übrigens ähnlich.

Immer, wenn sich in der gesellschaftlichen Praxis etwas Revolutionäres herauskristallisiert, entstehen große Widerstände und Konflikte. Das ist auch bezüglich des Widerstands gegen die moderne positive Trainingsmethode verständlich, denn sie basiert auf einem Umdenken bei sehr grundsätzlichen Einstellungen zu der Beziehung von uns Menschen zu unserer Umwelt.

Durch diese neue Methode wurden traditionell gewachsene Einstellungen in Frage gestellt. Das ist für viele, eher konservativ eingestellte Menschen, eine sehr unangenehme Erfahrung. Nicht jeder Mensch ist bereit, seine Standpunkte und Prinzipien ständig zu hinterfragen und ein ewig Lernender zu bleiben. Vielleicht muss auch nicht jeder dies tun und vielleicht sind konservative Standpunkte, "die bewahren", für unsere Gesellschaft ebenso wichtig, wie revolutionäre, die „den Deal eingehen“, das Wagnis des Neuen mit einem gewissen Risiko zu verbinden?

 

Zurück zum Wesentlichen: Die funktionierende Kommunikation ist einer der Schlüssel: Lerne die Sprache deines Hundes!

Da bin ich stark abgeschweift, aber diese Gedanken gehören für mich unweigerlich in den Kontext der Suche nach einer richtigen Trainingsmethode.

Für die moderne positive Trainingsmethode bildet die Kommunikation ein ganz besonders wichtiges Fundament. Wie bei der Babylonischen Sprachverwirrung verhindert eine stark unterschiedliche Sprache das gemeinsame Erreichen eines Zieles (mir ist bewusst, dass der Vergleich eventuell etwas "hinkt", denn, wie allgemein bekannt, geht es nach Biblischer Exegese beim Turmbau zu Babel um einen Eingriff Gottes, um die menschliche Hybris zu beenden).

Kooperation ist jedenfalls aus meiner Sicht nur möglich, wenn auf irgendeine Weise die für das gemeinsame Ziel relevante Kommunikation funktioniert. Hundehalter, die sich die entsprechenden Trainings-Werkzeuge aneignen möchten, müssen zunächst lernen, die Sprache ihrer Vierbeiner zumindest bis zu einem gewissen Mindestmaß zu erlernen. Zu den Grundsätzen dieser Methode gehört es nämlich, dem Hund eine größtmögliche Entscheidungsmöglichkeit zu überlassen. Diese Methode ist außerdem geprägt von einer Wahrnehmung der Bedürfnisse des vierbeinigen Trainingspartners und diese Dimension wird stets während des Trainingsverlaufs berücksichtigt. Um das alles zu ermöglichen ist natürlich eine Kommunikation zwischen beiden Trainingspartnern notwendig. Somit ist ein wichtiger Baustein beim modernen positiven Hundetraining zunächst das Erlernen der Körpersprache des Hundes und ein Erlernen der wissenschaftlich fundierten Verhaltensanalyse.

An dieser Stelle möchte ich darauf verweisen, dass die Werkzeuge der modernen positiven Trainingsmethode sehr mächtig sind und ihre Anwendung kann auch auf zweifelhafte Weise erfolgen, die dann nichts mehr mit den soeben beschriebenen Prinzipien der Kooperation zu tun hat. So beeinflusst die klassische Konditionierung unbewusste Prozesse beim Trainierten, er kann sich sozusagen gar nicht dagegen wehren. Dieses ist eine mögliche Dimension dieser Trainingsmethode, die bei falscher Anwendung einer richtigen Gewalteinwirkung entsprechen kann. Die Klassische Konditionierung ermöglicht nämlich eine Art von Machtmissbrauch durch den Trainer.

Wird die Konditionierung zum Beispiel stark übertrieben, kann ein aus meiner Sicht fast groteskes Bild eines roboterartig agierenden Tieres entstehen, das sich willenlos den durch den Menschen gegebenen Signalen fügt und in einer schnellen Verhaltenskette ein eingeprägtes Programm abspult, ohne sich diesem Drang widersetzen zu können.

Das ist für mich das Schreckbild des modernen positiven Trainings und ich denke, sehr wichtig ist hier beim Trainer ein Bewusstsein für die Verantwortung, die jeder Anwender dieser Werkzeuge hat.

Das soll nicht heißen, dass ich entsprechende Trainingsrichtungen, wie Trick-Training oder Medical-Training generell ablehne. Ich finde nur, dass der freie Wille der Hunde dabei berücksichtigt werden sollte. Es gibt hier z.B. gute Ansätze, wie gewährleistet werden kann, dass das Tier ein bestimmtes Maß an Kontrolle über die Situation behält (z.B. Bucket-Game).

 

In dem Maß der Anwendung der Konditionierung unterscheiden sich zum Beispiel auch die verschiedenen Ansätze der modernen positiven Trainingsmethode

 

Dementsprechend ist für mich hier eine Positionierung sinnvoll. Mir hilft ein Vergleich mit der pädagogischen Situation gegenüber von Kindern. Hier würde ich auch, wenn überhaupt, nur in geringem Maß bewusst die Methoden der Konditionierung einsetzen. Konditionierungsprozesse laufen allerdings bei der Kindererziehung auch ständig unbewusst mit ab und sie finden auf beiden Seiten statt, beim Lehrer und beim Schüler. Würde der Erziehende nun ständig bewusst Konditionierungstechniken einsetzten, dann würde pädagogisches Handeln vermutlich mit einem größeren Ungleichgewicht in den Machtverhältnissen verbunden sein. Es könnte so weit übertrieben werden, dass dieses pädagogische Handeln eher die Qualität einer Dressur erhalten würde. Meiner Meinung nach wäre eine "richtige" Dressur im Bereich der Einwirkung auf Mitmenschen undenkbar, weil es mit einer Verletzung der Würde verbunden ist. Tatsächlich werden entsprechende dressur-ähnliche Methoden in der Verhaltenstherapie angewendet, zum Beispiel bei der Behandlung von Autismus. Mit dieser Thematik habe ich mich noch nicht im Detail befasst, aber meiner Meinung nach ist eine „richtige“ Dressur von Menschen abwegig. Daher sollte Konditionierung auch bei Hunden nicht in einer solchen Form angewendet werden.

Die Auseinandersetzung mit der modernen Trainingsmethode zeigt, das Ganze ist ziemlich vielschichtig und in den Kontext gehören zahlreiche Themen, die über die bloße Trainingsthematik hinausgehen.

 

Schlussfolgerungen für meine berufliche Praxis

 

Die moderne positive Trainingsmethode hat neben vielen Vorteilen auch Nachteile. Sie ist kein Ideal-Weg, aber meiner Meinung nach ist sie im Vergleich zu den möglichen Alternativen der bestmögliche Weg. Meine Hauptargumente sind hier: Andere, mir bekannte Trainingsmethoden, arbeiten alle mit einem unterschiedlichen - aber doch generell höheren Maß an negativer Einwirkung auf das Tier. Bei einigen dieser Ansätze werden die Bedürfnisse der Hunde komplett außer Acht gelassen, die Hunde werden stark eingeschränkt und sie müssen sich komplett nach dem "Herrchen" oder "Frauchen" richten. Außerdem sind die meisten dieser Methoden deutlich weniger wissenschaftlich fundiert als die moderne positive Trainingsmethode.

Ich strebe in meiner täglichen Praxis als Hundebetreuerin danach, dem Hund die größtmögliche Freiheit zu lassen, mich in meine vierbeinigen Schützlinge einzufühlen und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich unterstütze dabei gerne die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Tieres, beschränke mich aber darauf, nur dann korrigierend einzuwirken, wenn ich es für absolut notwendig halte. Die Hunde sollen sich in meiner Betreuung innerhalb des sozialen Gruppengefüges ihrer Betreuungsgruppe entfalten können. Ich überlasse häufig den Hunden eine eigene Entscheidungsmöglichkeit und versuche durchgängig ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich regenerieren können, Frust abbauen und Freiheit und Freude erleben. Ich achte auf eine ausgeglichene Balance zwischen Ruhe und Aktivität, fordere und fördere und schenke das individuell möglichst passende Maß an Zuwendung.

Dabei gibt es für mich auch Situationen, die es erfordern, einem meiner Schützlinge in bestimmten Situationen Grenzen zu setzen. Damit entspreche ich aber vielen der modernen positiven Ansätze, welche nämlich in ganz bestimmten Ausnahme-Situationen auch mit sogenannten „aversiven“ oder „negativen“ Mitteln arbeiten. Es gibt zum Beispiel Gefahrensituationen, in denen ein sofortiges Eingreifen und Unterbrechen notwendig ist, was abhängig vom Trainingsstand der Tiere eventuell für den jeweiligen Hund dann eine negative Einwirkung bedeutet. Ein gemeinsames Merkmal der modernen positiven Ansätze ist aber, in diesen speziellen Situationen das geringste mögliche Maß an negativer Einwirkung zu wählen und das erfordert vom ausführenden Menschen sehr viel Selbstreflexion, bewusstes Handeln und Vorausdenken.

Quellen:

    https://cumcane.de/unsere-arbeit/positive-verstaerkung/

    https://www.artgerecht-tier.de/hunde/d-hundeerziehung-mit-positiven-methoden-2046158500

    https://trainieren-statt-dominieren.de/blog/allgemein/positive-bestaerkung-ein-guide

    https://www.lumpi4.de/die-wissenschaft-der-erziehung-mit-positiver-verstaerkung/

    https://www.nrcresearchpress.com/doi/abs/10.1139/z99-099#.XKn72thS_DA

    http://veterinarymedicine.dvm360.com/cvc-highlight-rethinking-causes-canine-aggression?id=&sk=&date=&&pageID=1

    https://www.whole-dog-journal.com/issues/19_11/features/Training-a-Dog-to-Make-Choices_21546-1.html

    http://www.allpetseducationandtraining.com.au/the-bucket-game.html

    https://www.clickertraining.com/karen

    https://www.tierimrecht.org/de/recht/lexikon-tierschutzrecht/tierwrde/